Datenspionage: Twitter und Facebook schränken App-Anbieter ein

Facebook und Twitter schränken die Möglichkeiten für Drittanbieter ein, um die Interessen der User zu schützen. Bei Facebook geht es um den Schutz der Nutzerdaten vor der Verwertung durch App-Anbieter. Twitter verbannt Werbedienste, die bisher die Twitter API genutzt haben. Letztlich geht es aber nicht um die Interessen der User, sondern um das eigene Image und Geschäftsmodell von Facebook bzw. Twitter.

Seit Twitter sein eigenes Werbesystem mit Promoted Tweets vorgestellt hatte, wurde vermutet, dass andere Werbedienste wie Ad.ly and Sponsored Tweets bei Twitter bald nicht mehr willkommen sein würden. Jetzt macht der führende Microblogging-Dienst ernst und verbietet Drittanbietern das Schalten von Werbung unter Nutzung der Twitter-API.

Im Unternehmensblog wird dieser Schritt mit dem Schutz der Nutzerinteressen begründet. Die besondere Nutzerfahrung bei Twitter soll nicht kurzfristigen Gewinninteressen geopfert werden. Um die Plattform zu schützen, werden solche Werbenetzwerke von Twitter verbannt. Das mag im Interesse der Nutzer sein, aber ein anderer Grund dürfte den Ausschlag für diesen Schritt gegeben haben: Drittanbieter, die Werbung über Twitter zeigen, stellen eine Konkurrenz zum Werbesystem von Twitter dar.

Auf Einschränkungen müssen sich auch Entwickler von Facebook Apps einstellen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat zu Wochenbeginn in einem Gastartikel für die Washington Post einen besseren Schutz der Privatsphäre der Mitglieder angekündigt. Die sehr umfangreichen Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre sollen in Zukunft einfacher zu handhaben sein. Viele User kommen mit den Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre nicht zurecht. Problematisch ist dabei besonders, wie Daten von Apps verwendet und weiterverbreitet werden.

Künftig soll es für die User eine einfache Möglichkeit geben, alle Dienste von Drittanbietern abzuschalten. Das ist gut für das ramponierte Image von Facebook. Für die Entwickler der Apps kann das zum Problem werden, denn damit erhalten sie nicht nur weniger Nutzerdaten. Ihre Apps werden weniger präsent auf der Plattform sein. Meldungen aus Spielen wie Farmville beispielsweise regen andere Spieler zum Spielen an. Solche Social Games sind geradezu darauf angewiesen, dass nicht jeder Nutzer ganz privat für sich alleine spielt.



  • Zum Autor
Gordon

Von Haus aus bin ich Kommunikationspsychologe und wollte ursprünglich Kinder -und Jugendpsychotherapeut werden. Nach meinem Studium habe ich meine berufliche Laufbahn jedoch bei dem Internet-Unternehmen Skype begonnen. Anschließend arbeitete ich bei eBay im Onsite-Marketing und Finding-Bereich.



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