Kinox.to: Die Alternative zu Kino.to ist down – DDoS-Attacken?

Zu Beginn des Monats Juni vermeldeten staatliche Ermittler und die GVU einen erfolgreichen Schlag gegen die deutsche Raubkopierer-Szene. Die mutmaßlichen Betreiber von Kino.to konnten verhaftet und das Streaming-Portal vom Netz genommen werden. Seit dem war Ruhe – doch damit ist nun Schluss. Die alte Webseite ist nun unter der neuen Adresse KinoX.to wieder erreichbar.

Während die mutmaßlichen Betreiber von Kino.to in Untersuchungshaft sitzen und auf ihre Prozesse warten, hat die Raubkopierer-Szene zum Gegenschlag angesetzt. Kino.to ist von den Toten auferstanden und treibt sein Unwesen nun unter der neuen URL KinoX.to. Unbekannte Betreiber sollen mit Hilfe der Anonymous Gruppierung für den Relaunch gesorgt haben. Die alten Inhalte des Streaming-Portals sind im bekannten Design wieder erreichbar. Mit einem Grußwort wenden sich die neuen Betreiber an Besucher und Ermittler gleichermaßen – und können sich dabei den ein oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen.

Die Androhung langjähriger Haftstrafen hat also nicht dazu geführt, dass Streaming-Portale vom Aussterben bedroht sind. Die Renaissance von KinoX.to zeigt vielmehr, dass die Szene so leicht nicht aufsteckt. So schreiben die neuen Betreiber von KinoX.to auch, dass sie mit dem Geld der Ermittler nicht zu stoppen sind. Auch in Zukunft soll es daher Kinofilme und TV-Serien kostenlos im Netz geben.

Zur Beruhigung der User geben die Betreiber an, dass keine Daten auf den Servern von KinoX.to gespeichert werden. Auch in der Vergangenheit sei dies nicht anders gewesen. Juristisch haben die Nutzer von KinoX.to daher vermutlich wenig zu befürchten. Den Ermittlern, die jahrelang an der Sperre des Vorgängerportals gearbeitet haben, dürfte dies vermutlich wenig gefallen. Ob und wie sie gegen KinoX.to vorgehen werden, bleibt abzuwarten.



  • Zum Autor
Gordon

Von Haus aus bin ich Kommunikationspsychologe und wollte ursprünglich Kinder -und Jugendpsychotherapeut werden. Nach meinem Studium habe ich meine berufliche Laufbahn jedoch bei dem Internet-Unternehmen Skype begonnen. Anschließend arbeitete ich bei eBay im Onsite-Marketing und Finding-Bereich.


  • Leser-Kommentare (1)
  1. Andy
    4. Jun 2013, 21:40

    Es ist generell mehr als nur begrüssenswert, wenn man auf die massiv schädigende Wirkung von Raubkopien und der illegalen Verbreitung von geschützten Unterhaltungsmedien hinweist und ausführlich darüber informiert Im Kampf gegen den ausufernden Piraterie-Dschungel im Internet ist jede Stimme wichtig.
    Leider aber scheint sich niemand herabzulassen endlich den Stier bei den Hörnern zu packen und die wirklich wichtigen Hintergründe aufzudecken. Jene Hintergründe, die das Themengebiet umfassend ablichten und für den Leser greifbar machen.
    Vorab noch: Ich selbst bin Filmemacher und verurteile das Raubkopieren und jedwede Unterwanderungen von Urheber- oder Verwertungsrechten und Lizenzrechten ebenfalls strengstens.
    Doch: Den anhaltenden Wust an Halbwahrheiten braucht kein Mensch!
    Um hier einen endlosen Monolog zu vermeiden, hier nur ein paar Anstösse:
    1. Wie viele Personen, sagen wir von 1000, würden sich wohl keinen Porsche zulegen, wenn man diesen, wenngleich illegal, umsonst zulegen könnte? Wie viele dieser Personen davon hätten aber jemals einen Porsche gekauft?
    Natürlich ist ein gestohlenes Fahrzeug ein Verlust. Doch man sollte endlich verstehen, dass viele Menschen, gerade junge Menschen, diese illegalen Dienste nutzen, weil sie eben gratis sind. Hier entgeht der Industrie wesentlich weniger Geld, als man behauptet. Immerhin muss man festhalten, dass ein Grossteil der Menschen, welche illegale Streams sehen, nie auch nur eine müde Mark ohne diese illegalen Dienste ausgegeben hätten. Schon zu VHS-Zeiten waren Raubkopierer schädigend tätig und Raubkopien weit verbreitet. Dazu gleich mehr.
    Das führt unweigerlich zu einer Gegenfrage:
    2. Nutzt die Filmindustrie die Verschwigung dieses Fakts etwaig dazu, dass man eigene Fehler zu verstecken sucht?
    Zumindest stimmt das teilweise. Die Autorenstreiks in Tinseltown sind ein Beleg dafür. Das Drehbuch zu einem 100 Mio. Dollar Film kostet im Schnitt weniger als 2 Mio Dollar. Obwohl das Drehbuch der Grundstein eines guten, somit zugkräftigen, Films (für das zahlende Publikum) ist. Oder wie erklären Sie filmische Totalausfälle wie etwa:
    Van Helsing, Abraham Lincoln – Vampirjäger oder Cowboys vs Aliens?
    Der Verdruss der „aufrechten“ Filmfreunde rührt daher auch vom Versagen der grossen Studios her, die es nicht schaffen adequate Stoffe zu generieren. Sondern mit wilden Trailern, weit überzogenen Werbetexten und aufbrausender PR Filme als Mega-Hits anpreisen, die sich im Kino oder auf dem eigenen TV-Schirm als lahme Enten entpuppen.
    3. Man spricht nicht umsonst von FILMWERT. Hat ein Film, egal wie pompös und teuer beworben, keinen Filmwert, so wird er eben auch nur ungern vom Publikum mit hohen Zuschauer- und Verkaufzahlen belohnt. Das weckt unnötiges Interesse an illegalen Kopien.
    Zu Zeiten der VHS-Videos, obgleich auch damals von aqivalenten Schadenssummen gesprochen wurde, waren die Einnahmen der Studios hingegen noch hoch genug und die Verdienste respektabel. Im Schnitt sogar wesentlich höher als heute. Und dies sogar bei B- und C-Filmen, welche heute oftmals desaströse finanzielle Züge annhemen.
    Dies führt zu
    4. Heute verdienen rund 15 bis 20fach mehr Mitarbeiter an der Vermarktung eines Films, wie es noch in den 80ern der Fall war. Nötig sind viele dieser Posten nicht. Dies zeigt wieder eine klare Fehlwirtschaft der Filmindustrie auf.
    Synopsis:
    Will die Filmindustrie das Piratentum wirkungsvoll einschränken, dann sollte sie sich endlich wieder auf das zahlende Publikum konzentrieren. Sicherlich sind Piraten eine sehr schadhafte und nciht duldbare Sache. Doch noch immer gibt es weitaus mehr „echte“ Filmfreunde, die genügend Geld in die Kassen spülen, sofern die Produkte das rechtfertigen.
    Wir haben mit einem in mehr als 20 Staaten beachteten Pilotprojekt gezeigt, dass man sehr wohl mit unfassbar geringem Budget wirkungsvolle und ertragreiche Filme generieren kann. Und zugleich aufgezeigt, wie viel mehr finanzielle Mittel wir gebraucht hätten, hätten wir nach den 08/15 Richtlinien der grossen Studios gearbeitet.
    Denkt die Filmindustrie um, so wird dies auch der Verbaucher merken. Dann hat ein Film mit Filmwert wieder seinen Wert.

    Mit freundlichen Grüssen

    ein Andy


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